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Erfahrungsbericht  

 

Langzeiteinsatz eines Multilect Pflegebett

  Erstellt von Dagny Heiligmann · Brockmannstraße 20 ·  48317 Drensteinfurt

In Zusammenarbeit mit dem Pflegedienst, Zentrum Mobiler Dienste

 

1.  Vorwort

2.  Vorstellung der Beteiligten

2.1.     Das Zentrum Mobiler Dienste

2.2.     Dagny Heiligmann, zuständige Pflegekraft

2.3.     Das Multilect Pflegebett

2.4.     Die Patientin

3.  Fallbeschreibung

3.1.     Zustand der Patientin vor Einsatz des Multilect Pflegebettes

3.2      Die ersten 14 Tage im Multilect Pflegebett

3.3.     Der Dauereinsatz des Multilect Pflegebettes

4.  Fazit

Vorwort

Das neuartige Pflegebett habe ich durch die Patientin K. kennen gelernt. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade bei der Patientin in der Mittagsversorgung, als sie mir erzählte, dass sie im Laufe des Tages ein neues Pflegebett bekommen würde, in dem sie nun auch geduscht werden konnte. Da wurde ich neugierig und fragte sie darüber aus, wie sie auf das Bett gekommen seien. Sie erzählte mir, dass ihre Schwester und auch ihr Ehemann durch das Internet, auf die Firma Multilect gestoßen seien. Daraufhin haben sie sich kurzfristig mit dieser Firma in Verbindung gesetzt und sich auch sofort zu einer Vorführung des Bettes entschlossen. Das Ergebnis war totale Begeisterung. Die Firma Multilect war dann auch so freundlich und hat das Bett erst einmal zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt. lch selber war nun sehr gespannt und wartete mit der Patientin auf die Ankunft des Bettes.

Als die Firma Multilect dann schließlich eintraf, wurde ich sofort eingewiesen und war positiv überrascht. Denn ich hätte nicht gedacht, dass dieses neue Pflegebett die Arbeitsqualität und die Lebensqualität so positiv verändern würde.

Vorstellung der Beteiligten

Das Zentrum Mobiler Dienst

Das ZMD ist 1990 als ein somatisch orientierter Alten- und Krankenpflegedienst gegründet worden. seit 1992 bietet das ZMD zunehmend auch sozialpsychiatrische Pflege im Kreis Steinfurt an, um die insbesondere in diesem Bereich sichtbaren Versorgungslücken für die Betroffenen zu schließen. 1996 kamen Münster, und 1998 Osnabrück hinzu.

Um den vielfältigen Anforderungen in der ambulanten Alten- und Krankenpflege gerecht zu werden, ist es wichtig, ein qualifiziertes und multiprofessionelles Team zur Verfügung zu haben. Dazu gehören im ZMD Krankenschwestern und Krankenpfleger, Altenpflege(helfer)/innen, Sozialarbeiter/innen, Ergotherapeuten, hauswirtschaftliche Kräfte, Verwaltungskräfte, Praktikanten und Zivildienstleistende.

Die verschiedenen Berufsgruppen gewährleisten ein umfangreiches Leistungsspektrum für die Betroffenen. Aus diesem Grunde leistet das ZMD neben der Grund- und Behandlungs­pflege oder der. hauswirtschaftlichen Versorgung auch Beratung und Entlastung, für Angehörige.

Dagny Heiligmann, zuständige Pflegekraft (Selbstdarstellung)

Seit Anfang 2005 bin ich bei dem Zentrum Mobiler Dienste angestellt. Meine Aufgaben umfassen die Grundpflege und die Versorgung hilfsbedürftiger Menschen. Bei der Fallbeschriebenen Patientin bin ich schon seit 3 Jahren in der Versorgung.

Die Patientin

Frau K., ist 45 Jahre alt und leidet an der chronischen progredienten Form der Multiplen Sklerose. Die Patientin ist verheiratet und hat eine zehnjährige Tochter. Als ich die Patientin vor drei Jahren kennenlernte, konnte sie noch am Rollator gehen und sich mit ein wenig Unterstützung selber waschen. Die Krankheit schreitet bei Frau K. sehr schnell voran und dadurch ist sie heute schon sehr in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Seit ca. einem Jahr ist die Patientin nun schon vollständig bettlägerig. Aufgrund des kleinen Badezimmers war nun auch das Duschen der Patientin nicht mehr möglich. Darunter litt sie sehr, denn es nahm, wie sie sagte, einen weiteren und auch sehr wichtigen Teil ihrer Lebensqualität.

Multiple Sklerose ist eine Erkrankung, die einen hohen Anteil an psychischen Komponenten hat. Besonders imponieren hier die psychiatrischen Formen der Affektstörungen. Da bei Frau K. eine bipolare Störung mit hohen depressiven Anteilen vorliegt, ist die Patientin seit einem Jahr stimmungsmäßig sehr affektflach und antriebsarm. Bei Frau K. liegt zusätzlich eine massive Essstörung vor. Das führte in den letzten Jahren zu einer deutlichen Gewichts­zunahme. Die Stimmungsschwankungen und die nun eingeschränkte Möglichkeit der Körper­pflege führten zu hohen Belastungen und Spannungen innerhalb der Familie. Die Gesamtsituation, besonders das schwierige Verhältnis zu ihrer zehnjährigen Tochter, führte zu einer deutlichen Verschlechterung des Krankheitsbildes.

Fallbeschreibung

Zustand der Patientin vor Einsatz des Multilect Pflegebettes

Seit bereits einem Jahr ist die Patientin nicht mehr in der Lage sich selber zu waschen. Die Körperhygiene wird vollständig von dem Pflegedienst ZMD übernommen. Das Haare waschen ist nur mit einem mobilen Waschbecken und größerem Zeitaufwand möglich. Die Patientin leidet an der progredienten Form der Multiplen Sklerose und hat eine vollständige rechtsseitige Hemiparese. Die linke Seite ist ebenfalls betroffen und bereits sehr eingeschränkt.

Da sie nur zeitweise in einem Rollstuhl mobilisiert werden kann, liegt die Patientin die restliche Zeit in einem gewöhnlichen Pflegebett. lhre bevorzugte Lage erreicht sie durch eine Erhöhung des Kopf- und Fußteils. Bei der Pflege, die im Bett erfolgt, ist eine flach gestellte Lagerung der Patientin nur unter Schmerzen möglich. Die Haut der Patientin ist angegriffen, an einigen Stellen kommt es immer wieder zu einem Hautpilzbefall trotz medikamentöser Behandlung. Leider ist auch die Gefahr von Kontrakturen an Armen und Beinen deutlich erhöht, da die Patientin sich nicht fachgerecht lagern lässt.

Die ersten 14 Tage im Multilect Pflegebett

Seit drei Tagen liegt nun die Patientin in dem neuen Multilect Pflegebett. Dieses Bett weist die Besonderheit aus, dass es möglich ist, Frau K. im Bett zu duschen.

Frau K. hat sich sehr über diese Möglichkeit gefreut und die ersten Duscheinsätze sehr genossen. Durch die neuartige Technik des Bettes, der Patientin temperierbare, warme Luft zuführen zu können, friert Frau K. während des Duschens nicht, was wiederum einer Spastik der Beine und des rechten Armes vorbeugt.

Da das Bett nicht über eine bewegliche Kopf - und Fußteil Funktion verfügt, muss die Patientin nun gerade liegen und kann nicht mehr in ihre gewohnte Schonhaltung gebracht werden. Das haben wir vom Pflegepersonal sehr begrüßt, da die Gefahr von Kontraktionen durch diese Schonhaltung der Patientin sehr hoch war. Da Frau K. adipös (fettleibig) ist, besteht nun nicht mehr die Gefahr eines Blutstaus und möglicher Atemstörungen, die durch einen abknickenden Oberkörper mit zu hoher Kopfteilaufrichtung entstehen. Dadurch ist auch das Risiko einer Aspiration bei der Essenaufnahme sehr viel geringer.

Auf Grund der neuen Belüftungsoptionen ist nun auch eine deutliche Decubitusprophylaxe vorhanden.

Anfänglich bekam die Patientin durch die veränderte Lagerung in der ersten Woche Schmerzen in der BWS und LWS, sie sind nach einer Woche wieder rückläufig.

Auch der psychische Zustand zeigt eine Verbesserung. Regelmäßige Körperpflege und weniger lagerungsbedingte Schmerzen verbessert die Gesamtsituation. Das macht sich arbeitserleichternd und somit zeitsparend in der Pflege bemerkbar.

Auch innerhalb der Familie macht sich eine Veränderung der Stimmung bemerkbar. Der Bezug zur Tochter hat sich verbessert und auch der Ehemann wirkt befreiter.

Das Hautbild der Patientin zeigt auch hier eine wesentliche Verbesserung, die sich durch die rückläufige Pilzerkrankung bemerkbar macht. Bedingt durch regelmäßiges Duschen, sowie durch das einstellbare Belüftungssystem haben sich keinerlei neue Erkrankungen der Haut gebildet.

Schon nach 14 Tagen konnte die Patientin ohne Schmerzen „grade liegen“; nur die Fersen, Knie und Po mussten mit Lagerungskissen weiterhin unterstützt werden, da die Gelenke durch die Erkrankung keine Eigenspannung der Muskulatur zuließen.

Frau K. fühlte sich wohl und nach wiederholtem Nachfragen, ob sie einen Unterschied merke zu dem Standardbett, in dem sie vorher lag, bejahte sie dies. Es wäre für sie ein absolutes Wohlfühlgefühl, dass sie vorher so nicht mehr hatte, da das Duschen nicht mehr möglich war. Auch erwähnte sie, dass sie sich psychisch besser fühle, was wir vom Pflegepersonal als einen wichtigen weiteren Schritt betrachten.

Der Dauereinsatz des Multilect Pflegebettes

Aufgrund der multiplen Sklerosen kann sich die Krankheit nicht verbessern, aber durch den Einsatz von Hilfsmittel ist es möglich Symptome und krankheitsbedingte Nebenwirkungen zu erleichtern und ggf. zu beheben. Der psychische Zustand hat sich weiter stabilisiert und die pilzbefallenen Hautpartien haben sich vollständig regeneriert.

Wir können also nur bestätigen, dass eine Kontaminationssperre durch das Bett und seine Funktionen absolut möglich ist. Für den Pflegedienst sowie die Pflege in der häuslichen Umgebung von Privatleuten ergibt sich dadurch eine absolut hygienische Gesamtsituation. Auch das Handling mit der Technik und der Qualität des Materials entspricht vollkommen den Angaben des Herstellers.

Das Bett hat sich im praktischen Umgang als sehr leichtgängig erwiesen und im technischen als einfach verständlich gezeigt. Die Funktion des Bettgitters (hier sollte immer auf die Besonderheiten bei der Anbringung von Bettgitter als Freiheitsentziehende Maßnahmen hingewiesen werden) ist aufgrund des leichten Materials sehr einfach und mit wenig Kraftaufwand zu betätigen. Die Bremse ist mit wenig Druck zu aktivieren und dadurch ist das Verletzungsrisiko für das Pflegepersonal deutlich geringer. Der Rollwiderstand hat sich als gering erwiesen, was weniger Kraftaufwand bedeutet und der Patient dadurch nicht "durchgerüttelt" wird. Die Betätigung der Bedienung für das temperierbare Belüftungssystem ist sehr einfach. Das Duschsystem hat sich als einfach bedienbar und leicht zu reinigen bewährt. Die Möglichkeit, das Liegenetz mit wenig Einsatz aus seiner Schienung zu ziehen und auf 90 Grad in der Waschmaschine zu waschen ist ein weiterer großer hygienischer Vorteil. Da das Bett nicht höhenverstellbar ist, ist es für Pflegende, die kleiner als 1,70 m sind, ein Nachteil in ihrer Möglichkeit Rücken schonend zu arbeiten.
 

Fazit

 Um alle Funktionen und Vorteile des Multilect Pflegebettes ausreichend nutzen zu können, empfehlen wir, dass Pflegepersonal sowie pflegende Angehörige sich einer Schulung mit dem Umgang des Bettes unterziehen.

Eine zusätzliche Höhenverstellbarkeit und die Verstellbarkeit des Kopfteiles sollte überdacht werden, da es für die Patienten und das Pflegepersonal eine erhebliche Erleichterung wäre und außerdem die Einsetzbarkeit des Multilect Pflegebettes steigern würde.

 Zusammenfassend können wir sagen, dass das Multilect Pflegebett den Herstellerangaben zufolge vollkommen entspricht und durch die neue Entwicklung so eine neue Generation von Pflegebetten entstanden ist und viele Vorteile bietet.

 Münster den. 12.10.07

→ Druckversion: Langzeitstudie [PDF, 0,17 MB]


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